Reiner & Judith Bernstein

Wir sind davon überzeugt, dass die Gründung des souveränen Staates Palästina an der Seite des Staates Israel die einzige realistische Chance für die Regelung des Konflikts zwischen beiden Völkern ist. Theoretische Spekulationen wie der gemeinsame Staat für Juden, Muslime und Christen auf dem Territorium des historischen Palästinas können darüber nicht hinwegtäuschen. Auch wenn die Zweistaatenregelung heute in weiter Ferne liegen mag, plädiert die überwältigende Mehrheit der jüdischen Israelis und der arabischen Palästinenser für diese Option. Die israelisch-palästinensische "Genfer Initiative" von 2003, für die wir im deutschsprachigen Raum werben, und die "Arabische Friedensinitiative" vom März 2002 bieten wichtige Vorlagen für den Friedensvertrag der Zukunft.

Unser besonderes Augenmerk gilt der deutschen und der europäischen Nahostpolitik. Traditionell wartet sie auf politische Initiativen der USA. Sie selbst hat sich bislang vorwiegend mit finanziellen und humanitären Hilfen sowie mit technischen Projekten für die Palästinensische Autonomiebehörde zum Aufbau von vermeintlich staatlichen Strukturen begnügt, gleichzeitig jedoch die politischen Beziehungen zu Israel jenseits der strittigen Siedlungspolitik aufgewertet. Zu fordern sind deshalb mehr denn je politische Strategien, um im Dialog mit der US-Administration Barack Obamas die israelisch-palästinensische Unebenbürtigkeit zu überwinden. Dass der nationale Ausgleich ohne die Einbindung Ägyptens, Saudi-Arabiens und Syriens zum Scheitern verurteilt ist, bedarf keiner näheren Begründung. Der Blick auf die Gesamtregion bleibt wichtig.

Durch Einladungen von Referenten aus der Region sowie durch eigene Vorträge, publizistische Arbeiten und Positionspapiere wollen wir den öffentlichen Diskurs in Deutschland auf den Grundtatbestand zurückführen, dass Geschichte und Geographie Israelis und Palästinenser unlöslich aneinander binden, wenn sie an der Idee des nationalen Ausgleichs festhalten wollen. Zu den europäischen Herausforderungen gehört deshalb auch die nachdrückliche Unterstützung der Friedensgruppen im Nahen Osten.

zum Impressum